Öko-Strom: EU-Kommission macht Druck

Die EU soll ihre Ziele in Sachen erneuerbare Energien erreichen. Um dies sicher zu stellen, hat die EU-Komission klare Forderungen an die Mitgliedsstaaten gestellt.

Am vergangenen Mittwoch hatte die Europäische Kommission von den Mitgliedsstaaten mehr grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Arbeitsteilung gefordert. Energiekommissar Günther Oettinger äußerte klare Vorstellungen: Dabei spielt die Kosteneffizienz eine große Rolle. Dies bedeutet, Wind- und Solarenergie dort zu produzieren, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, und damit in ganz Europa zu handeln, wie wir es auch mit anderen Produkten und Dienstleistungen tun.

VKU kritisiert Großprojekte

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßte die Initiative der Kommission, da sie sich um langfristig stabile Rahmenbedingungen bemühe. Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck schränkte das Lob jedoch ein. Insbesondere kritisierte er die EU-Vorschläge zu mehr zentralen Großprojekten.

Bei der Erstellung der zukünftigen Rahmenbedingungen für die erneuerbaren Energien muss der Fokus deutlich stärker auf dezentrale Strukturen gerichtet werden. Sie sind das Rückgrat eines erfolgreichen Umbaus der Energieversorgung, betonte Reck. Mit Großprojekten allein kann man das nicht leisten.

Lösungsvorschläge fehlen

Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft äußerte Bedenken. Zwar setze die Europäische Kommission Akzente, allerdings ohne konkrete Lösungsvorschläge für die benannten Problemfelder aufzuzeigen, so die Vorsitzende Hildegard Müller.

In Bezug auf den ebenfalls von der Kommission geforderten Netzausbau stimmte sie den Forderungen zu und präsentierte Zahlen, um die Problematik zu unterstreichen. Laut Gutachtern des BDEW müssen die Stromnetze bis 2020 um 195.000 Kilometern ausbauen – ein Investitionsbedarf von 13 Milliarden Euro.