Wie kommt der Strom in Ihre Steckdose?

Drei Meister und neun Monteure kümmern sich um das Stromnetz im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Rinteln. Jeden Tag und mit vollem Einsatz.

Von Rinteln nach München mit dem Auto: Das ist keine Kleinigkeit. Von ähnlicher Länge ist das Stromnetz in Rinteln, dem Auetal und dem nördlichen Kalletal: Es umfasst ein Leitungsnetz von rund 687 Kilometern. Dieses Netz zu warten und instand zu halten ist Aufgabe der Elektroabteilung der Stadtwerke Rinteln. Drei Meister und neun Mitarbeiter arbeiten täglich dafür, dass in den Haushalten der Strom fließt. Unterstützt werden sie dabei von drei Auszubildenden.
In der Stadt Rinteln hat Abteilungsleiter Klaus Muermann „den Hut auf“ bei dieser Aufgabe. Er verantwortet acht Kilometer Freileitungsnetz, 61 Kilometer Mittelspannungs-Kabelnetz und 292 Kilometer Niederspannungs-Kabelnetz (0,4 Kilovolt), kümmert sich um zwei Umspannwerke sowie um 130 Trafostationen. Die beiden Meister an seiner Seite sind die „Herren der Netze“ in ihren eigenen Gebieten: In der Gemeinde Auetal trägt Martin Niemeier die Verantwortung für das Stromnetz, im nördlichen Kalletal Sven Schaper.

100 Freileitungsmasten erhalten

Im Kalletal hat Sven Schaper gerade ein Großprojekt zu stemmen: die Sanierung von Betonmasten an der knapp 17 Kilometer langen Freileitung, die von Rinteln über Kalldorf nach Hohenhausen führt. Bei einem Kontrollflug per Hubschrauber hatten Mitarbeiter Betonabplatzungen an den 100 Masten festgestellt. „Jetzt legt eine Spezialfirma sie frei, versiegelt sie mit Korrosionsschutz, dichtet sie wieder ab und streicht sie neu“, erklärt Elektromeister Sven Schaper. Ein riesiger Aufwand, zumal der Meister während des Sanierungsprojekts immer wieder Leistungsabschnitte vom Netz nehmen muss – aus Sicherheitsgründen.

Die Reise des Stroms

Doch wie gelangt der Strom überhaupt zu den 50.550 Einwohnerinnen und Einwohnern im Netzgebiet der Stadtwerke? Hochspannungsleitungen bringen die elektrische Energie über große Distanzen nach Rinteln. In fünf Umspannwerken wird sie in Mittelspannungsstrom umgewandelt und fließt von dort weiter in Trafostationen. Erst wenn darin der Strom in Niederspannung auf maximal 400 Volt „heruntertransformiert“ worden ist, können die Kundinnen und Kunden ihn zu Hause für elektrische Geräte aller Art nutzen.

Vom Baustromkasten bis zum Solarpark

Bis zum Stromzähler sind die Kollegen der Elektroabteilung der Stadtwerke für die Stromversorgung zuständig. Ihre täglichen Einsätze sind vielfältig. Die Fachleute richten Baustrom-Anschlüsse ein, installieren öffentliche Elektroladesäulen und Wallboxen. Sie beraten Privat- und Gewerbekunden dabei, Einspeiseanlagen wie ein Solardach oder ein Blockheizkraftwerk in Betrieb zu nehmen und bei der Auswahl des passenden Messkonzepts. Auch für die Straßen­beleuchtung mit rund 5.000 Leuchten in Rinteln und den Dörfern sind sie zuständig. Und findet ein Stadtfest oder eine Messe statt: Es sind die neun Männer der Elektroabteilung, die dafür sorgen, dass genug Strom zur Verfügung steht.
Selbst die Trinkwasserversorgung läuft nicht ohne das Team. „Wir kümmern um um die Mess- und Steuerungstechnik, die dafür nötig ist“, weiß Klaus Muermann. Und schließlich halten er und seine Kollegen den 20.000 Quadratmeter großen Solarpark in Deckbergen instand, im Auftrag des Betreibers, der Solarpark Rinteln-Deckbergen GmbH & Co. KG. Rechnerisch werden damit rund 250 Haushalte mit Solarstrom versorgt.

Beeindruckende Ausmaße: Im Umspannwerk Rehren zeigt Elektromeister Martin Niemeier die riesigen Schaltanlagen.

Im Umspannwerk wird der Strom auf Mittelspannung gebracht.

Einsatzplanung: Die Meister Klaus Muermann (links) und Sven Schaper kennen den Verlauf jeder Leitung im Netz.

Wartung für eine verlässliche Infrastruktur: Mit einem 10.000-Volt-Spannungsprüfer testet Rolf Buddensiek, ob an der Trafostation alles fließt, wie es soll.

In Bereitschaft – jederzeit

Rund um die Uhr, an sieben Tage die Woche, sind jeweils zwei Mitglieder des Stadtwerketeams zum Bereitschaftsdienst eingeteilt. Tritt eine größere Störung auf, schalten die Mitarbeiter die Versorgung auf alternative Routen im Stromnetz um, um Kundinnen und Kunden möglichst schnell wieder Zugang zur Elektrizität zu verschaffen. Damit die Rintelner bereits wieder das Licht einschalten können, wenn die Monteure noch sorgfältig den Schaden am Stromnetz beheben.