Schöner, moderner, vielseitiger

Rund 70.000 Besucherinnen und Besucher zählt das Hallenbad Rinteln jedes Jahr. Jetzt werden die Planungen für die bevorstehende Sanierung konkret.

Im Fokus der Modernisierung stehen Technik, Energieeffizienz und mehr Nutzungsmöglichkeiten. Der Baustart ist für Dezember 2022 anvisiert. Die Bäderbetriebe Rinteln freuen sich schon heute auf die Wiedereröffnung ihres Hallenbads nach der Modernisierung. Auch wenn bis dahin noch einige Zeit vergehen wird: Die Planungen für die bevorstehende Sanierung haben Gestalt angenommen.
Grundlage dafür sind die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie, die die Bäderbetriebe Rinteln GmbH im Januar 2021 in Auftrag gegeben hatte. „Wir haben nun ein genaueres Bild von der Bausubstanz, vom Zustand der Technik und von der Attraktivität der Angebote im Hallenbad“, erklärt Ulrich Karl, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Rinteln GmbH. „Jetzt wissen wir, was technisch und baulich erneuert werden muss. Es ist uns wichtig, das Bad so umzugestalten, dass wir unseren Gästen das bieten können, was nachgefragt wird.“
Nils Blaue, Prokurist der Bäderbetriebe Rinteln, ergänzt: „Uns freut ganz besonders, dass das Planungsbüro das Bad für sanierungswürdig hält und dass eine Modernisierung kostengünstiger als ein Neubau ist.“ Gemeinsam mit Ulrich Karl plant er das Projekt Badsanierung, in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Aufsichtsrat der Bäderbetriebe Rinteln. Er fügt hinzu: „Wir sind uns alle einig, dass das Hallenbad eine wichtige Einrichtung für das Schul- und Vereinsschwimmen ist sowie für Familien und Besucher aller Altersklassen. Konsens besteht auch darüber, dass das Bad dringend modernisiert werden muss.“
Das Sport- und Familienbad soll seine Bedeutung für Rintelner Schulen, Schwimmvereine, DLRG-Übungen und Freizeitschwimmer behalten. Vor etwa vier Jahren haben die Bäderbetriebe Rinteln das Bad für einen symbolischen Betrag vom Landkreis Schaumburg gekauft, um es nach der anstehenden Modernisierung weiter zu betreiben. Seitdem haben sie erste Konzepte erarbeitet, Förderanträge gestellt und Expertenmeinungen eingeholt, stets im Austausch mit den Gremien.
Derzeit klären die Verantwortlichen letzte Details, bevor der Auftrag für die Sanierung und Modernisierung vergeben werden kann. Wenn der Umbau noch 2022 beginnen kann und alles nach Plan läuft, wird das Hallenbad 2024 seine Türen für die Besucher öffnen.

Moderne Technik

Klimaschutz, Energiekosten, Brandschutz, Raumbelüftung, Wasser- und Beckentechnik, Gebäudesubstanz: Das sind die Fixpunkte, die die Badsanierung dringend erforderlich machen. Wie viele andere Bäder stammt auch das Hallenbad Rinteln aus den 1970er-Jahren. Nils Blaue: „Wir müssen das Bad auf einen technischen Stand bringen, der den aktuellen Genehmigungsvorschriften entspricht.“ Wie sich die Anforderungen des Baurechts erfüllen lassen, hat eine Ingenieurgesellschaft im Rahmen der Machbarkeitsstudie definiert. Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Bausubstanz gut ist und dass sich das Gebäude in einem veralteten, jedoch gepflegten Zustand befindet. Nils Blaue gibt einen Einblick in die Komplexität des Vorhabens: „Die Klimabilanz öffentlicher Gebäude spielt eine immer größere Rolle. Deshalb wird das Bad mit einer Photovoltaik-Anlage für die Stromversorgung und einer hocheffizienten Wärmelösung ausgestattet.“
Auch die Wasser- und Filtertechnik wird bei der Modernisierung auf den neuesten Stand gebracht. Nils Blaue: „Durch die Machbarkeitsstudie wissen wir jetzt, wo umfangreichere Umbauten nötig sind als zunächst geplant. Dabei eröffnen sich auch neue Chancen für eine moderne Gestaltung und für eine vielseitigere Nutzung als bisher.“

Variable Beckenlandschaft

Künftig soll das Schwimmerbecken vom Kursbecken durch eine aufschiebbare Glaswand getrennt sein. Das Nichtschwimmerbecken erhält einen Hubboden, durch den die Wassertiefe im gesamten Becken gleich sein wird. „Das erhöht die Sicherheit für die Badegäste und erlaubt uns ein vielseitigeres Kursangebot“, sagt Prokurist Nils Blaue und ergänzt: „Durch den hydraulischen Beckenboden können wir einen barrierefreien Zugang ins Wasser realisieren. Das ist uns besonders wichtig.“ Der neue Kleinkinderbereich wird in der Nähe des Kursbeckens angesiedelt. Gerade wenn besonders viele Gäste im Bad sind, wird die neue Raumaufteilung für alle Besuchergruppen ein gutes Badeerlebnis schaffen. Neue gemütliche Wärmebänke sind ebenfalls geplant.

Die Bäderbetriebe Rinteln betreiben das 1977 erbaute Hallenbad seit 2019.

Kostenplanung wird immer genauer

Seit der ersten Vorplanung vor zwei Jahren sind die Baukosten in Deutschland enorm gestiegen. Die Machbarkeitsstudie erlaubt es nun, den Aufwand für die Modernisierung soweit abzuschätzen, dass eine Kostenvorplanung möglich ist. Aktuell liegt diese bei rund 12 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen fördert das Rintelner Bauvorhaben mit einer Million Euro aus einem Fördertopf für den Erhalt von Sportstätten . „Die Sanierung ist eine Zukunftsinvestition, und zwar in die Lebensqualität und Gesundheit der Rintelner Bürgerinnen und Bürger“, betont Nils Blaue.
Verabschiedet wurde der Beschluss zur Sanierung und zur Finanzierung des Projekts in der Ratssitzung kurz vor Weihnachten. Gleich nach dem Jahreswechsel haben die Bäderbetriebe mit den Vorbereitungen des Vergabeverfahrens begonnen. Nils Blaue: „Nun kann es losgehen! Wir sind alle gespannt auf die Ergebnisse des Vergabeverfahrens.“


Besucherzahlen aus dem Jahr 2019

An gut besuchten Tagen waren gleichzeitig bis zu 60 Gäste im Bad
Schulen und Kindergärten: 7.420 Gäste
Vereine: 12.966 Gäste
Jugendliche: 15.768