Photovoltaik im Auetal

Friedrich-Wilhelm Rehmert nutzt die Kraft der Sonne. Mit seiner Photovoltaikanlage produziert er Strom – auch für den Betrieb seiner Wärmepumpe.

35 Module mit 9,8 KW Leistung
hat Friedrich-Wilhelm Rehmert im
Auetal jetzt auf dem Dach seines
Bungalows: eine netzgekoppelte
Photovoltaikanlage. Der Bungalow
liegt mit Blick auf Felder und
Wiesen mit einem Garten drumherum.
Netzgekoppelt ist die Anlage
schon deshalb, weil sie an sonnigen
Tagen deutlich mehr leistet, als der
Drei-Personen-Haushalt verbrauchen
könnte. Ziel dieser Investition
sei es aber gewesen, schildert Rehmert,
den größten Teil des selbst
erzeugten Stroms auch selbst zu
verbrauchen. Deshalb hat Rehmert
vor zwei Jahren, als die Ölheizung
ersetzt werden musste, eine Wärmepumpe
einbauen lassen. Sie
nutzt nun einen großen Teil des
selbst erzeugten Stroms. Das war
nicht nur eine Frage der Rentabilität.
Auf regenerative Energien setzt
Rehmert auch aus Überzeugung.

Ökologisches Gleichgewicht

Er betreibt nämlich als Hobby eine
Bienenzucht mit zurzeit zwölf Völkern.
Und als Imker, sagt er, entwickelt
man automatisch Umweltbewusstsein.
Seit er sich mit
Bienen beschäftige, sei ihm
klar geworden, wie sensibel
das ökologische Gleichgewicht
sei. Die Milbe beispielsweise, die
Bienenvölkern zusetzt, sei nur ein Teil
der Kette. Andere Belastungen wie
Monokulturen und der Einsatz von
Pestiziden in der Landwirtschaft
kommen hinzu: „Stellen Sie sich vor,
es gebe keine Bienen mehr und wir
müssten selbst bestäuben. Was für
ein ungeheurer auch logistischer
Aufwand, von den Qualitätseinbußen
durch künstliche Bestäubung
ganz zu schweigen.“

Die Photovoltaikanlage auf dem
Haus von Rehmert hat ein heimisches
Unternehmen installiert:
Ahrens Solartechnik aus Bückeburg.
Ahrens gehört bei der Solartechnik
zu den Unternehmen der ersten
Stunde und ist als der Spezialist
für Auf-Dach-Solaranlagen in der
Region bekannt. Die Stadtwerke
Rinteln, die im Auetal das Stromnetz
übernommen haben, haben
diese Anlage mit 650 Euro gefördert.
Ein Bonus, abhängig von der
Anlagengröße, den jeder Stadtwerkekunde,
der in regenerative Energien
investiert, in Anspruch nehmen
kann. Einzelheiten findet man dazu
auf der Homepage der Stadtwerke
Rinteln und auf den Seiten 8 und 9
dieser Trend -Ausgabe.

Noch Zukunftsmusik:
Strom selbst speichern

Wer, wie Rehmert, eine Wärmepumpe
und eine Solaranlage betreibt, denkt – logisch – auch über
den nächsten Schritt nach. Eine
weitgehende Autonomie. Das würde
bedeuten, den selbst erzeugten
Strom zu speichern. Doch das,
sagt Rehmert, sei Zukunftsmusik.
Sicher, er habe sich schon informiert,
doch die Speichertechnik
sei noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten.
Wie sich das weiterentwickele,
vor allem auch wie sich das
wirtschaftlich rechne, müsse man
erst abwarten. Und Rehmert weiß
da ganz genau, wovon er spricht. Er
ist in Sachen Wirtschaftlichkeit und
Bilanzen vom Fach.

Ahrens-Geschäftsführer Dieter Ahrens
ist davon überzeugt, dass Speichertechnik
die Zukunft ist. Auf der
letzten Schaumburger Regionalschau
hat das Unternehmen unter
anderem einen IBC-Lithium-Ionenspeicher
vorgestellt. „Unser Traum
ist, dass Schaumburg eines Tages zu
100 Prozent mit erneuerbaren Energien
versorgt werden kann“, sagte
Ahrens optimistisch auf der Regionalschau.
Und dann wäre Rehmert
ein Teil davon.