Lohnt sich ein Gartenwasserzähler?

Um Kosten zu sparen, kommt ein Gartenwasserzähler gelegen. Doch lohnt die Investition in das Gerät wirklich?

Den Rasen sprengen, die Blumen gießen – gute Gartenpflege erfordert im Sommer einen erhöhten Wasserverbrauch. Der Verbrauch wird von der Wasseruhr erfasst, die an der Frischwasserleitung hängt. Was an Wasser in das Haus reinkommt, geht als Schmutzwasser 1:1 wieder raus. Die Versorger gehen davon aus, dass das entnommene Wasser wieder in die Kanalisation geleitet wird und gereinigt werden muss. Es sei denn, das Leitungswasser wird nachweislich im Garten verbraucht. Dafür muss dann der Preis für das verbrauchte Trinkwasser, nicht aber die Gebühr für das Schmutzwasser bezahlt werden.

Zwei der gängigen Gartenwasserzähler

Einfache Rechnung

Bedeutet dies, dass man durch den Einbau eines Gartenwasserzählers spart? „Das ist nicht grundsätzlich der Fall, denn die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten lohnen sich nur bei einem hohen Wasserverbrauch im Garten“, weiß Julia Schumacher von den Stadtwerken Rinteln.
Die Kosten für den Ersteinbau eines Gartenwasserzählers belaufen sich auf etwa 120 Euro. Die Eichgültigkeit des Zählers beträgt sechs Jahre. Die durch den Zähler zukünftig eingesparte Schmutzwassergebühr beläuft sich auf derzeit 2,36 Euro pro Kubikmeter. Teilt man nun die Anschaffungskosten von 120 Euro durch die sechs Jahre Eichgültigkeit, bedeutet das jährliche Kosten von 20 Euro. Um die wiederum durch Gartenwasser, also wegfallende Schmutzwasserkosten einzusparen, müsste man jedes Jahr mindestens rund acht Kubikmeter Wasser, das sind 8000 Liter, verbrauchen. Zur Veranschaulichung: Dies sind 800 große Gießkannen mit jeweils zehn Litern Fassungsvermögen.

Betrachtet man das Projekt Gartenwasserzähler langfristig, sollte der regelmäßige Verbrauch in zwölf Jahren nicht unter sechs Kubikmeter, also 6000 Litern Wasser pro Jahr liegen, um eine Ersparnis zu erzielen. Das gilt, wenn man für den Wechsel des Zählers nach sechs Jahren von Kosten in Höhe von etwa 60 Euro ausgeht.

Unser Fazit

„In der Regel verbraucht man in der Saison nicht so viel Gartenwasser, um den jährlichen Mindestverbrauch für einen wirtschaftlich sinnvollen Einbau eines Gartenwasserzählers zu erreichen“, erklärt Stadtwerke-Mitarbeiterin Julia Schumacher. Neben der Wirtschaftlichkeit sollte noch ein weiterer wichtiger Aspekt bedacht werden – die generelle Einsparung von Trinkwasser. Der Entfall der Schmutzwassergebühr sollte auf keinen Fall ein Anreiz für einen verschwenderischen Umgang mit dem kostbaren Nass sein!

Weitere Infos

Auf der Homepage der Stadtwerke Rinteln finden Sie alle Informationen rund um den Einbau eines Gartenwasserzählers. Bitte beachten Sie: Der frostsichere Neueinbau eines Gartenwasserzählers muss durch einen Fachbetrieb durchgeführt werden. Ist dieser Mitglied in der Gas- und Wassergemeinschaft Rinteln, entfällt eine Abnahme durch die Stadtwerke Rinteln. Anderenfalls kommen noch eine kostenpflichtige Kontrolle und Verplombung hinzu.