Freizeit und Arbeit am See

Genau betrachtet ist der Freizeit- und Campingpark Doktorsee mit einer viertel Million Übernachtungen und fast 1000 Dauercampern fast so etwas wie ein eigener Ortsteil in der Stadt Rinteln.

Geschäftsführer Udo Deppe (links) gibt Christian Kramer von den Stadtwerken Rinteln einen Einblick in die Aufgaben am Doktorsee.

Am Doktorsee trifft man in der Saison Holländer, Dänen, Schweden und auch viele Gäste aus dem Ruhrgebiet. Feuerwehrgruppen schlagen hier ihr Lager auf, Pfadfinder und Sportvereine. Ein solches Unternehmen mit so vielen Menschen zu managen, das ist auch eine logistische Herausforderung bei der Ver- wie Entsorgung. Zudem gilt es auch eine Reihe schwer kalkulierbarer Faktoren in den Griff zu bekommen: etwa die Wünsche der Gäste und eine bisweilen launische Natur.

Der Doktorsee ist in der heimischen Tourismusbranche ein Schwergewicht. Und damit das so bleibt, haben sich Uwe Deppe, seit 13 Jahren Geschäftsführer der Doktorsee GmbH, sein Team mit 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Aufsichtsrat mit seinem Vorsitzenden Manfred Asche diesen Herausforderungen gestellt.

Die zweite Heimat

920 Dauercamper, das ist die in mehr als 50 Jahren gewachsene Basis, seit es die Campinganlage gibt. Für viele Camper, die seit Jahrzehnten hier Urlaub machen, ist der Doktorsee längst die zweite Heimat.
Doch die generationenübergreifenden Camperfamilien, in der Platz plus Wohnwagen vom Vater an den Sohn vererbt werden, werden weniger, sagt Deppe. Noch nicht dramatisch, aber spürbar. Das Campingdorf ist im Wandel. Das hat damit zu tun, dass man nicht mehr wie früher den gesamten Jahresurlaub auf dem Campingplatz verbringt, sondern Kurzurlaube bevorzugt, die langen Wochenenden beispielsweise.
Zweite Hürde: Wer heute einen Wohnwagen ziehen will, muss einen Extra-Führerschein machen. Das kostet Geld und Zeit.

Und Senioren fahren inzwischen lieber im Wohnmobil – da ist man flexibler. Am Doktorsee hat man auf die veränderten Tourismusströme reagiert. Es gibt Mietwohnwagen für Familien, die zwar das urige Camper-Leben mögen, aber nicht gleich einen eigenen Hänger anschaffen wollen. Wohnmobilisten können zu einem attraktiven Preis übernachten – Service von Strom bis Abwasser inklusive. Dazu gibt es jetzt vier Lodges, komfortable kleine Blockhäuser für sechs Personen mit zwei Schlafräumen und einem Schlafboden. Hier findet auch eine Großfamilie bequem Platz.

Es gibt in den Häusern im Schwedenstil ein Duschbad, einen Wohnraum, eine Küchenzeile mit Kaffeemaschine und Geschirrspüler, dazu eine überdachte Terrasse. Außerdem kann der Doktorsee drei Ferienhäuser und sieben Appartements anbieten. Die Pläne für den Bau weiterer Häuser liegen in der Schublade und Deppe hat noch eine besondere Idee: Wohnen auf dem Wasser, Lodges auf dem See, die man über Stege erreicht. Dazu noch eine Wellness- und Fitness-Oase sowie eine Sauna-Landschaft.

Ferienhäuser und Appartements

Die Stadtwerke sind schon heute Partner am Doktorsee: Die Ferienhäuser wie die zehn Sanitärhäuser werden mit Wasser, Strom und Gas versorgt. Rund eine halbe Million Kilowattstunden Strom laufen hier im Jahr durchs Netz. Zudem werden 135 000 Liter Propangas gebraucht und mehr als 35 000 Kubikmeter Wasser.

80-2-11, das sind für die jungen Doktorseebesucher magischen Zahlen für einen besonderen Spaß, nämlich eine Rutschpartie auf der im Sommer 2009 eingeweihten Superrutsche. Die ist 80 Meter lang, hat zwei Kreisel und einen elf Meter langen Tunnel. Das juchzende Kreischen der Kinder auf der Rutsche ist für Deppe jeden Sommer die Bestätigung, dass das eine gute Investition war. Im gleichen Jahr hatte er die Badebucht mit einem Schutzvorhang begrenzen lassen und dem See damit ein Superlativ beschert: das größte Natur-Badebecken in Europa.

Baywatch in Rinteln

Eine Badelagune dieser Größe ohne Baywatch, das geht gar nicht: Deshalb sorgen die Rettungsschwimmer der DLRG-Rolfshagen immer für die Sicherheit der Badegäste und DLRG-Chef Dirk Ackmann ist Garant dafür, dass die Rettungsgeräte der Station auf dem neuesten Stand der Technik sind.

Der Doktorsee ist familientauglich, ein wichtiges Kriterium in der Tourismusbranche. Hier können alle Generationen ihren Spaß haben beim Schwimmen, Surfen, Segeln, Rudern, bei Minigolf und Angeln. Der Weserradweg ist vor der Haustür, die Altstadt von Rinteln zu Fuß zu erreichen. Animateure kümmern sich um den Nachwuchs, damit die Eltern auch mal Pause haben. Und wer spirituelle Auffrischung braucht: Die Kirche unterwegs ist auch da.

In drei gut ausgestatteten Minimärkten auf dem Gelände kann sich die Camper-Familie versorgen, und wer nicht am Grill stehen möchte, dem bieten drei Gaststätten, die Doktorsee-Terrassen, das Seebistro und die Doktorweide, eine abwechslungsreiche Küche.

Feuer und Wasser

Die Sommerparty „Doktorsee in Flammen“, dann, wenn Pyrotechniker Frank-Jürgen Pook und sein Team mit einem Höhen-Feuerwerk der Extra-Klasse den Himmel über Rinteln illuminieren, ist in der ganzen Region ein Begriff. Zu den Open-Air-Konzerten kommen bis zu 10 000
Gäste an den See. In diesem Jahr findet das Fest vom 25. bis 27. Juli statt.

Winterpause am Doktorsee? Das gibt es nicht, der Freizeitpark ist ein Ganzjahresunternehmen. Im Winter wird saniert und alles für die nächste Saison auf Hochglanz gebracht. Und über Weihnachten und Neujahr sind die ersten Gäste ja auch schon wieder da. Beispielsweise zum Schlittschuhlaufen, wenn das Eis dick genug ist.

Abschließend bleibt noch eine von den Gästen häufig gestellte Frage zu klären, die übrigens auch viele junge Rintelner nicht beantworten können: Warum heißt der See eigentlich Doktorsee? Ganz einfach: Als es in Rinteln noch eine Universität gab, von 1621 bis 1810, war der See noch Wiese, und hier haben die Professoren und Doktoren der Universität ihr Vieh weiden lassen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.doktorsee.de