Vorsicht vor Lockangeboten!

Billigangebote von Stromdiscountern sind verlockend, doch es ist Vorsicht geboten!

Die Angebote von Stromdiscountern klingen zunächst verlockend: Auf den ersten Blick lässt sich mit Boni, Rabatten oder Guthaben im ersten Jahr viel Geld sparen. Allerdings lohnt sich vor Vertragsabschluss ein genauer Blick aufs Kleingedruckte. Denn viele Geschäftsmodelle sind unseriös kalkuliert und scheitern daher immer wieder. Betroffene Kunden klagen über satte Preisanstiege, nicht ausgezahlte Boni oder Guthaben. Trotzdem ziehen Billiganbieter weiter Kunden an.

Debatte um Vergleichsportale

Nach der jüngsten Pleitenserie gerieten auch Internet-Vergleichsportale wie Verivox und Check24 in die Kritik. Denn Billigenergieanbieter profitieren von den Plattformen, weil sie darüber in kurzer Zeit viele Kunden gewinnen. Die Portale wiederum erhalten für jeden über ihre Internetseiten abgeschlossenen Vertrag Provisionen von den Energieanbietern. Erst kürzlich kritisierte das Bundeskartellamt, dass einige Portale einzelne Angebote überwiegend aufgrund höherer Provisionen voranstellen würden. Rund ein Viertel der Kunden entscheiden sich für solche Offerten.

Für die Menschen und die Region

Experten empfehlen inzwischen, bei Internetvergleichen die ersten zehn Ergebnisse zu ignorieren. Danach finden sich meist Tarife kommunaler Energieversorger, bei denen nicht der Gewinn im Vordergrund steht. Deshalb unterstützen sie soziale und kulturelle Einrichtungen, fördern Sportvereine, beauftragen regionale Unternehmen und sind ein verlässlicher Arbeitgeber. Die Gewinne kommunaler Versorger fließen nicht an ferne Konzernzentralen, sondern zurück in die Gemeinden. Das kommt der Region und ihren Bewohnern zugute.

Strompreis wird weiter steigen

Branchenvertreter sind sich sicher, dass es weitere Insolvenzen geben wird, denn der Strompreis wird weiter steigen. Eine Ursache: der Ausbau der Stromnetze. Die prognostizierte Investitionssumme von 33 Milliarden Euro aus dem Jahr 2017 wird heute als nicht ausreichend angesehen. Die Berliner Ratingagentur Scope Ratings kommt zu dem Ergebnis, dass bis 2030 52 Milliarden Euro von den Übertragungsnetzbetreibern investiert werden wird. Und dieser Betrag berücksichtigt nur für den Ausbau an Land. Investitionen für die Anbindung der Offshore-Windparks sind nicht darin enthalten.

Bezahlen müssen die Stromverbraucher

Die Kosten des Ausbaus zahlen am Ende die Verbraucher, da die Kosten für die Netznutzung über die Netzentgelte in den Strompreis einfließen. Diese sind in der vergangenen Jahren stetig gestiegen und haben inzwischen das Niveau der EEG-Umlage erreicht.